Neues

Mit Eltern im Gespräch

Marci1

Am Ende von Melanies erstem Schuljahr kam die ernüchternde Rückmeldung seitens der Lehrer: Melanie verstand häufig die ihr gestellten Aufgaben nicht, im Unterricht träumte sie oft weg und ihre Mitarbeit war gleich Null. Der ärztliche Befund ergab die Diagnose: Dyskalkulie / Rechenschwäche. Heute geht Melanie in die 4. Klasse und bringt gute bis sehr gute Noten nach Hause.

Im Oktober 2014 berichten die Eltern über ihren langen Weg, die Ursachen von Melanies Lernverhalten zu heraus zu finden und wie sie es gemeinsam geschafft haben, die Lernschwierigkeiten zu überwinden.

Karen Gajewski (KG):
Melanie ist heute 10 Jahre alt und ein fröhliches und aufgeschlossenes Kind. Erzählen Sie doch mal, wie alles anfing als Melanie in die Schule kam.

Vater:
Als wir am  Ende des ersten Schuljahres beim ersten Elterngespräch mit den Lehrern waren, wurde uns eröffnet, dass unsere Tochter ein Ausnahmefall wäre und die Lehrer sich ihre Lernverweigerung nicht erklären konnten. Aufgabenstellungen verstand sie nicht und im Unterricht träumte sie, ihre Mitarbeit war gleich Null.

Mutter:
Das war für uns sehr heftig und ernüchternd.

Vater:
Die schriftlichen Tests waren nicht so schlimm und Melanie bekräftigte immer, dass alles super lief.
Von da an war ich fast wöchentlich im Gespräch mit den Lehrern, um herauszufinden, woran es lag. Wir haben uns nicht davon abbringen lassen ärztlichen Rat einzuholen und ließen Melanie im Landschaftsverband Rheinland (LVR) befunden. Die Diagnose hieß Dyskalkulie (Rechenschwäche). Mit dem Ergebnis standen wir alleine da, eine Empfehlung wie und wo die notwendige Förderung für unsere Tochter stattfinden kann, erhielten wir nicht. Fast wöchentlich war ich im Kontakt mit den Lehrern und gehörte fast zu dem Schulmitglied.

Vater:
Auf unserer intensiven Suche nach einer Möglichkeit zur außerschulischen Förderung haben wir ABBIS Lerninstitut in Bornheim kennengelernt und erhielten schnell einen Termin für das Erstgespräch.

KG:
Die Diagnose des LVR war bereits einige Zeit her und wir entschieden uns, einen weiteren umfassenden Befund zu erstellen.
Hierbei wurden Melanies auditive und visuelle Wahrnehmungsverarbeitung getestet, ihre neuronalen Aktivitäten mittels Neurofeedbackverfahren, ihre Konzentrationsfähigkeit sowie eine mögliche Schulangst. Auf Grundlage der Ergebnisse entschieden wir uns für ein wöchentliches Einzeltraining mit dem Schwerpunkt auf die Behebung ihrer Dyskalkulie. Ab Oktober 2012 kam Melanie regelmäßig ins Institut und erhielt ein intensives Einzeltraining à 60 Minuten. Ihre Lerntrainerin ist eine ehemalige und sehr erfahrene Grundschullehrerin, die sich voll und ganz auf Melanie einstellte und sie dort abholte, wo sie mit ihren mathematischen Kenntnissen stand und einfach ganz von vorne begann.

Vater:
Bei ABBIS wurden die richtigen Maßnahmen ergriffen, 1 x wöchentlich 60 Minuten Einzeltraining. Das war der Special Coach, den man nicht toppen konnte.

Mutter:
Am Ende des ersten Halbjahres der 3. Klasse haben wir uns gemeinsam mit den Lehrern entschieden, dass Melanie das Halbjahr wiederholen würde. Die Umstellung hat für Melanie gut geklappt und damit gewannen wir natürlich wichtige Zeit, die sie brauchte, um die vorhandenen Defizite aufzuholen.

KG:
Wie ging es Melanie zu der Zeit, ging sie morgens gerne aus dem Haus und in die Schule?

Mutter:
Melanie hat ihren schulischen Alltag oft beschönigt und uns beruhigt. Es gab Tage, da wollte sie nicht in die Schule. Ich blieb hartnäckig und langsam rückte sie mit der Sprache heraus, dass sie in der Schule ausgelacht wurde, besonders dann, wenn es um Kopfrechnen ging.

KG:
Wie konnten Sie Melanie zu Hause unterstützen?

Vater:
Zu Hause üben wir in kurzen und effektiven Einheiten. Wir hatten seitens der Lerntrainerin genaue Vorgaben, oft haben wir bereits Gelerntes wiederholt. Bei den wöchentlichen Trainingeinheiten arbeitete die Lerntrainern mit Melanie mal vorwärts und mal rückwärts im Unterrichtsstoff.

KG:
Wie oft haben Sie zu Hause mit Melanie geübt?

Vater:
Fast täglich.

KG:
Ab welchen Zeitraum konnten Sie die ersten positiven Veränderungen in der Schule und zu Hause feststellen?

Mutter:
Etwa nach einem halben Jahr, es war in den Sommerferien 2013. Wir hatten super Wetter und nach dem Frühstück auf dem Balkon, bin ich mit ihr das komplette 1 x 1 mithilfe der Einmaleins Eule durchgegangen. Innerhalb von einer Woche konnte sie das 1 x 1 rauf und runter. Das war der Hammer. Wie ein Schalter, der sich bei Melanie umgelegt hat.

KG:
Gab es Rückmeldungen aus der Schule?

Vater:
Zu dem Elternsprechtag in der 3. Klasse sind wir mit gemischten Gefühlen hingegangen, da wir nicht wussten, was uns erwartet. Und zum ersten Mal verlief das Gespräch mit den Lehrern entspannt und positiv. Das war Balsam für unsere Seelen.

KG:
Nun sind fast 1,5 Jahre vergangen, seitdem wir uns das erste Mal gesehen haben. Melanie ist im ersten Halbjahr der 4. Klasse Wie haben sich denn die Leistungen in Mathematik entwickelt?

Mutter:
Bei dem letzten Zeugnis sind wir vor lauter guten Noten fast umgefallen. Ich hatte mit allem gerechnet, aber nicht mit so guten Noten. Bis auf zwei oder drei „3“en waren alle Noten besser. Und in Mathe – unserem Sorgenkind –  hatte sie eine „2“ auf dem Zeugnis. Wir sind alle sehr stolz.

KG:
Nun weiß ich auch, dass Melanie ihre erste Mathearbeit in diesem Halbjahr „sehr gut“ geschrieben hat.

Eltern:
Ja, das stimmt.

KG:
Der Marathon für die Anmeldung an den weiterführenden Schulen hat begonnen. Wird Melanie das Gymnasium besuchen?

Eltern: Lachen

Mutter:
Das steht in den Sternen. Alles ist offen und spannend. Man muss bei alldem sagen, dass nichts geholfen hätte, wenn Melanie nicht von sich aus mitgemacht hätte.Die Klassenlehrerin sagt, dass Melanie von ihrer Situation profitieren wird. Sie hat gelernt zu kämpfen und musste immer mehr tun als ihre Kameraden. Jeden Erfolg hat sie sich Schritt für Schritt erarbeitet. Für die wachsenden Anforderungen in der weiterführenden Schule ist sie bereits sehr gut aufgestellt. Melanie weiß, was es heißt, zu kämpfen.

KG:
Wir erleben immer wieder, dass viel mehr in den Kindern steckt. Die Anstrengung der Schüler, Eltern und Lehrer lohnt sich und nichts ist schöner als den Erfolg der Kinder mitzuerleben.

Ich bedanke mich sehr herzlich für das Gespräch und wünsche Melanie eine großartige Zukunft.

Leave a Reply